Bücher

Oft muss man keinen Roman schreiben, um eine gute Geschichte zu erzählen. Neun Autorinnen und Autoren stellen in diesem Sammelband ihre Kurzgeschichten vor. Es geht um Ärzte und Familienväter, Waschmaschinen, eine Katze, um Menschen, die ganz am Anfang oder mit dem Rücken zur Wand stehen. Es geht um Familiengeschichten, Grenzsituationen, Wünsche, Träume und Hoffnung. Und natürlich um die Liebe....

herausgegeben Dezember 2013 von Susanne Pavlovic

Eines Abends fällt Marie zufällig ein altes Bild in die Hände. Vom Foto inspiriert, macht sie sich spontan auf und unternimmt in einer einzigen Nacht eine ungewöhnliche Reise in die Vergangenheit. Zerfledderte Briefe, vergilbte Tagebuchaufzeichnungen und Auszüge aus behördlichen Dokumentationen holen das damals Erlebte noch einmal zurück. Dabei findet sie vieles wieder: wahre Gefühle, ehrliche Versprechen, innige Hoffnungen, ihre großen Träume, aber auch unerträgliche Trauer.

Hauptschauplatz: die DDR, Ende der Achtziger. Marie in der Sturm- und Drangphase ihrer Jugend versucht unaufhörlich das Land zu verlassen und gleichzeitig Pauls Herz zu gewinnen. Beides scheint ihr nicht zu gelingen. Doch dann ist Paul da, so wie sie es sich immer gewünscht hat. Ausgerechnet in dem Moment muss Marie weg, ganz schnell über Nacht, und es gibt kein Zurück. 

ISBN 9 783 837 053029 BoD, Juli 2009, Foto Buchcover Markus Hahn, Berlin

 

Kommentare:

Kommentare: 6
  • #6

    Falk.P (Montag, 03 Februar 2014 09:19)

    hallo silka,
    ich kann meinen vorrednern/schreibern in sehr vielen punkten nur beipflichten (in bezug auf lob an dich)
    für mich war es einfach schön dein buch zu lesen und durch deine erinnerungen in meine vergangenheit zu reisen!!!
    ich danke dir dafür das ich dadurch nicht noch mehr vergesse ;)

    in tiefer zuneigung, dein Falk

  • #5

    Christine K. (Samstag, 12 November 2011 12:17)

    Liebe Silka,
    gut,dass Du das Buch geschrieben hast. Ein Buch gegen das Vergessen! Es berührt mich immer wieder. Den Konflikt in dem Marie (Du) steckte hast Du so wunderbar beschrieben. Es tut mir heute noch weh, wenn ich an Deine Zeit in Stendal denke. Ich seh Dich noch heute mit Chello oder Schultasche unter dem Arm durch die Straßen eilen. Deine nachträglichen Schilderungen der Ausreißversuche waren immer atemberaubend. Dazu die erste Liebe! Alles sehr schwierig für einen jungen Menschen. Aber auch für Patentanten eine schwierige Zeit. - Alles Liebe Dir und Deiner Familie und weiterhin so wunderbare Ergebnisse. Christine.

  • #4

    Laura (Samstag, 04 Juni 2011 16:24)

    >> Was würde ich dafür geben, am Rad der Zeit drehen zu dürfen, was würde ich dafür geben, einen Sprung in die Zukunft zu tun. Aber nichts von dem ist mir möglich. Ohnmächtig durchlebe ich die Tage, einen nach dem anderen. Sie vergehen tatsächlich, dabei könnte ich schwören, die Zeit steht still.<<
    - Mein persönliches Lieblingszitat aus dem Buch „Mauersplitter bleiben“. -
    Während ich zu Anfang noch durch das erste Kapitel stolperte, zog mich dieses Buch ganz unbemerkt immer weiter in seinen Bann. Die Liebesgeschichte zwischen Marie und Paul fesselte mich, obwohl ich überhaupt kein Fan von Liebesromanen bin. Doch diese Geschichte berührte mich. Durch die Briefe und Tagebucheinträge kam sie mir nah.
    Vor dem Hintergrund der DDR Zeit stellt dieses Buch einen interessanten Zeitbericht dar, der das Interesse an mehr Infos über diese – für Außenstehende unvorstellbare – Zeit weckt.
    Ich kann das Buch allen empfehlen, die nicht zu dieser Zeit aufgewachsen sind und das Thema, über das man im Schulunterricht ja einige Daten und Fakten hört, mal aus einer anderen Perspektive erleben möchten.

  • #3

    Scholz Sabine (Samstag, 28 Mai 2011 15:34)

    Liebe Silka,
    als ich dir zur Weihnachtszeit angekündigt hatte "Ich habe mir dein Buch gewünscht …" war ich voll purer Neugierde darauf. Was sollte da geschrieben stehen was man nicht schon weiß - noch so ein Buch über den Mauerfall, die DDR-Zeiten?
    Beim Lesen des Buches "Mauersplitter bleiben" war ich nicht darauf gefasst, dass du mich in eine Zeitreise, Sehnsüchte und Liebe zu einer Stadt und ihren Menschen mitnimmst die mir vertraut, bekannt sind. Ob Petrikirche, Lindenpark oder das Stadtkulturhaus. Orte die du so authentisch und ehrlich beschrieben hast- das wenn man leise hin hört die Musik fühlt die von der Freitagabend-Disco her rüber kommt. Das Heimatgefühl hast du so genial beschrieben, das Tränen der Verständnislosigkeit aufkommen, wenn man sieht und mitfühlt was dieser / unser Stadt, ihren Menschen und ihren Bauten widerfahren ist.
    Ich habe das Gefühl ich kenne Marie - denn Marie lebte mit mir in der Stadt, in den Achtzigern, in unserer! Zeit. In unserer Vergangenheit und Träumen.
    Liebe Silka, dir ist ein großartiges Buch gelungen. Ich habe vollsten Respekt vor deiner Leistung sowie deinem Herzblut das du in dein Projekt steckst.
    Ich bin gespannt wie es weiter geht, was als nächstes kommt.
    Bis dahin alles Herzlichste, deine „alte“ Freundin Sabine – liebe Grüße auch an Andreas.

  • #2

    klaus huschke (Dienstag, 24 Mai 2011 05:14)

    Hello Silka,
    Von dem Buch 'Mauersplitter bleiben', das ich vor ein paar Wochen gelesen, haette ich sicher nie etwas gehoert. Ich fand es (das Buch) auf dem Tisch in meinem Zimmer in Hanau im Hause meiner Schwester Ilsabe und Schwager Heinz. Der Titel (Mauersplitter bleiben) interessierte sofort. Zeit zum Lesen gab's aber erst auf meinem Rueckflug von Frankfurt nach Seattle /Washington. Selbst Brandenburger, besser Prignitzer, einer der die damalige 'Ostzone' bereits in 1951 unter nicht ganz ungefaehrlichen Umstaenden verlassen, interessiert eigentlich noch immer alles was im geteilten Deutschland, ganz speziell in der damaligen oestlichen Haelfte des Landes passiert ist. Wie es wirklich war, ist immer schwierig gewesen, zu erfahren.

    'Mauersplitter bleiben' hat so manche Erinnerungen erweckt. Fuer all die, die bis zum bitteren Ende dort ausgehalten, und deren gibt es viele, Millionen, muss der Mauerfall wohl die bedeutendste Erloesung gewesen sein. Der 9. November 1989 wird nie vergessen werden koennen. 'Mauersplitter bleiben' war fuer mich ein Erlebnis zu lesen. Immer wieder wird man an das so gar nicht einfache /oft traurige, schmerzhafte Leben der dortigen Menschen erinnert. Das Buch stimmt nachdenklich, erlaubt aber auch, all das so ganz natuerlich Geschriebene wirklich mitzuerleben. Und dann der ewig anhaltende Kampf, die nie endenden Bemuehungen um eine Auswanderungsgenehmigung. Ich bin waehrend der DDR Zeit des oefteren von West Deutschland, auch von Italien, nach West Berlin gefahren, habe dabei die Schikanen, die Unfreundlichkeiten der DDR Grenzpolizei (Volkspolizei) erleben muessen. Nur wer einmal in einer wirklichen Diktatur gelebt, kann nachempfinden, was dies wirklich bedeutet. Die Geduld, die Sie/Ihre Mutter bewiesen, kann gar nicht hoch genug eingeschaetzt werden.

    Es ist wichtig, dass eine Diktatur wie sie in der DDR bestanden, nie vergessen wird. Die Menschen, die diese Zeit wohl ueberwiegend stillschweigend /in Angst ueberlebt haben, bleiben fuer immer zu bewundern. Leider gab's auch solche, die als Handlanger eines brutalen Systems ihre eigenen Mitmenschen leiden liessen.

    Seite fuer Seite habe ich auf die gute Nachricht gehofft, die dann erst kurz vor dem Mauerfall kam. Die Freude hierueber muss enorm gewesen sein, auch wenn die Zukunft sicher keine endgueltige Antwort hatte.

    Ich habe 'Mauersplitter bleiben' mit Begeisterung gelesen, werde es in ein paar Monaten noch einmal lesen. Deutschsprechenden Amerikanern, Deutschen, die in den Staaten leben, meinen vier (4) Kindern, habe ich es als wichtige Lektuere empfohlen.

    Ihnen meinen herzlichsten Dank, Klaus Huschke

  • #1

    Steffi (Freitag, 20 Mai 2011 08:59)

    Dieses Buch hat in mir ganz persönliche Gedanken und Gefühle wieder aufleben lassen. Vielleicht liegt es daran, daß es auch meine Zeit ist, von der da geschrieben wird. Wer also rund um den Mauerfall in der DDR gerade 15- 20 Jahre alt war, wird sich in den geschilderten Situationen rund um das eigentliche Geschehen des Ausreiseantrages wiederfinden. Die Zeit der ersten großen Liebe, die Zeit der Feten an den Wochenenden, die Zeit der Abschiede am Sonntagabend, die Abreise in die Berufsschule aber auch die vermeindlichen Abschiede für immer, weil Freunde plötzlich "nach drüben" gingen. Diese Zeit und die damaligen Umstände dürfen nicht in Vergessenheit geraten. Diese Geschichte ist ein wichtiger Betrag, sich an alles zu erinnern, und zu erzählen, wie es einmal war. Denn auch uns, die wir dabei waren, fällt es mitunter heute schon schwer z.B. unseren Kindern diese ganz andere Welt zu erzählen und zu erklären. Das Buch ist ein Stück lebendige Geschichte- ich kann es nur empfehlen.